Bundestagswahl: Das droht Autofahrer:innen

Tempolimit, Dieselverbot, SUV-Steuer: Eine neue Regierung könnte für Autofahrer schmerzhafte Änderungen mit sich bringen. Doch es gibt auch Grund zur Hoffnung: gerade für älter Menschen und den landlichen Raum.

Ob Olaf Scholz von der SPD oder Armin Laschet von der CDU/CSU nächster Bundeskanzler wird weiß derzeit niemand. Klar scheint jedoch: ohne Büdnis 90/Die Grünen und die FDP wird es kaum eine neue Bundesregierung geben. Dabei liegen beide Parteien gerade in Mobilitätsfragen weit auseinander.

Während die Grünen von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock für eine generelles Tempolimit von 130 auf Autobahnen sind, lehnen die Liberalen von Parteichef Christian Lindner dies rigoros ab. Auch bei Fragen wie Diesel- und Fahrverboten in Innenstädten liegen beide Parteien über Kreuz.

Tempolimit ist Verhandlungssache

Am Ende enscheidet aber auch Parteipolitik, wer sich in Koalitionsverhandlungen etwa in der Frage nach einem generellen Tempolimit durchsetzt, sagt der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) in Duisburg.

"Themen wie das Tempolimit oder der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor sind rein symbolische Projekte. Es kann also sein, dass man da etwas abgibt, wenn man dafür etwas größeres bekommt."

So könnte etwa die FDP ihr Veto gegen das Tempolimit aufweichen, wenn sie dafür bestimmte Zugeständnisse von den Grünen erhält, etwa den für sie wichtigere Posten des Finanzministers. "Es kommt drauf an, was die jeweiligen Partner als Bonbon geboten kriegen", so Dudenhöffer.

Mobilitätswende als wichtigstes Zukunftsthema

Sicher sei hingegen, dass die Mobilitätswende in jedem Fall an Fahrt aufnehmen werde. Der Weg zum rein elektrischen Antrieben sei dabei unumkehrbar, sagt Dudenhöffer. Andere alternative Antriebskonzepte hätten den Kampf um die Technologieführerschaft der Zukunft bereits verloren.

"Wasserstoff ist für den PKW-Bereich tot, genau wie synthetische Kraftstoffe. Dort sind die Energieverluste viel zu hoch, es wäre viel zu teuer, es wird viel zu lange Zeit brauchen. Man wird den schnellen Weg zum batterieelektrischen Auto wollen."

Neben der Elektromobilität sei das autonome Fahren der größte Megartrend, der Autofahrer:innen bevorsteht. Dies können vor allem den ländlichen Raum und älteren Menschen ganz neue Mobilitätsoptionen eröffnen. "Die bekommen bessere Möglichkeiten, als heute mit den öffentlichen Verkehtsmitteln möglich sind, so Duddenhöffer.

Wie steht es um Verbote für Autofahrer? Und wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Hören Sie dazu hier das gesamte Gespräch von Automobilexperte Ferndinand Dudenhöffer mit dpd DRIVER'S RADIO-Moderator Frank Bremser.

 

Ähnliche Artikel

dpd DRIVER’S RADIO jetzt LIVE hören

Direkter Kontakt ins Studio